09/07/2026

Brunsbüttel kommt…

Es gibt Fragen im Leben, auf die möchte man vorbereitet sein.

“Lieben Sie mich?”
“Hab ich den Stecker gezogen?”
“War das wirklich ‘nur ein Bier’?”

Und dann gibt es diese eine Frage, die uns seit Jahren an jeder zweiten Kasse verfolgt:
“Darf ich bitte Ihre Postleitzahl haben?”

Nicht den Namen. Nicht die Schuhgröße. Nicht den Blutdruck. Ich möchte Lebensmittel kaufen, keine Immobilie, keinen Bausparvertrag, keine Mitgliedschaft im Geheimdienst. Nein. Die Postleitzahl. Beim Baumarkt, im Möbelhaus, im Elektromarkt, oder beim Discounter. Gefühlt fehlt nur noch der Bäcker: “Sechs Brötchen? Sehr gern. Und wie lautet Ihre Postleitzahl? Natürlich heißt es immer: “Nur für statistische Zwecke.”

Statistik… ein faszinierendes Hobby. Offenbar sitzen irgendwo Menschen vor riesigen Bildschirmen und beobachten gebannt, aus welcher Gegend heute besonders viele Akkuschrauber, Gurken oder Klobürsten gekauft wurden. Ich habe beschlossen, dieser Statistik ein wenig Spannung zu verleihen. Seit einiger Zeit nenne ich an jeder Kasse dieselbe Postleitzahl: 25541 – Brunsbüttel.

Ich war noch nie Teil einer so konsequenten Datenerhebung und ich wohne auch nicht in Brunsbüttel, nicht mal annähernd. Ich weiß auch gar nicht richtig, wo das überhaupt ist, im Norden. Leider habe ich inzwischen erkannt: Allein kann ich Brunsbüttel nicht zur Welthauptstadt des Einkaufs machen. Deshalb richte ich heute einen Aufruf an alle Leser meiner Webseite und Freunde gepflegter Statistik.

Wenn euch das nächste Mal an der Kasse nach eurer Postleitzahl gefragt wird, sagt einfach: 25541.

Lasst Brunsbüttel zur heimlichen Metropole des deutschen Einzelhandels werden. Stellt euch die Auswertung vor: “Erstaunlich. Offenbar kaufen sämtliche Deutschen inzwischen in Brunsbüttel ein.”

Ich stelle mir vor, wie irgendwo ein Controller verzweifelt auf seine Auswertungen starrt, “Schon wieder Brunsbüttel…, warum kaufen die dort so viele Akkuschrauber und weshalb benötigen 18.000 Einwohner jedes Wochenende 4.500 Duschvorhänge, zwölf Tonnen Blumenerde und überraschend viele Duftkerzen? Und vor allem, warum fahren die alle zum Einkaufen nach Bayern?“

Der Vorstand ist ratlos. Das Marketing startet eine Großoffensive. Neue Filialen werden geplant. Verkehrsgutachten werden erstellt. Irgendwo entsteht eine PowerPoint mit dem Titel: “Das Brunsbüttel-Phänomen – Chancen und Risiken.” Und niemand weiß warum.

Vielleicht wird Brunsbüttel irgendwann den Titel erhalten: “Stadt mit der höchsten Dichte an Hammerkäufern, Grillrostbesitzern und Spontankäufen von LED-Lichterketten.” Das wäre doch eine Geschichte für die Geschichtsbücher.

Also denkt daran: 25541 !!!

Nicht aus Bosheit.
Nicht aus Protest.

Sondern einfach, weil die Welt manchmal ein bisschen mehr gemeinschaftlichen Unsinn vertragen kann. Frei nach dem Motto; Wenn Du das System nicht schlagen kannst, verwirre es!

Und falls irgendwann tatsächlich ein Möbelhaus mitten in Brunsbüttel eröffnet, wissen wir wenigstens, wer daran schuld ist.